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Reportage

Viehscheid in den Allgäuer Hörnerdörfern

von Lena Wiesler  • 21.11.2018 • Reportage • Allgäu
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  • Viehscheid in Ofterschwang Gunzesried
    Viehscheid in Ofterschwang Gunzesried
    Foto: TG Hörnerdörfer

Sommerfrische ade: Drei Monate haben Jungvieh, Milchkühe, Ziegen und Schafe in den Hochlagen der Allgäuer Alpen und Voralpen verbracht, die blumen- und kräuterreichen Weiden belebt und Milch gegeben, die auf den Sennalpen zu köstlichem Käse verarbeitet wurde. Im Herbst treiben die Älpler ihre Herden zurück ins Tal – eindrucksvoll begleitet vom Läuten der frisch polierten Zugschellen.



Der Viehscheid – eine alte Tradition

Der Viehscheid – eine alte Tradition

Mitte September ist es in den Hörnerdörfern soweit. In den schmucken Dörfern Fischen, Obermaiselstein, Bolsterlang, Ofterschwang und Balderschwang lassen sich einige der ältesten und größten Almabtriebe des Allgäus erleben.

Eindrucksvoll ist der Viehscheid in Obermaiselstein, wenn 1400 prächtig geschmückte Tiere im Tal eintreffen: Sie werden auf dem "Scheidplatz" gesammelt und in einen großen trichterförmigen Einschlag getrieben. Durch den Gang am Ende des Trichters gelangt jeweils nur ein Tier hindurch. Dort steht ein Älpler und gibt das Vieh den jeweiligen Bauern zurück.

Daher kommt auch die Bezeichnung Viehscheid: Sie hat nichts mit Abschied zu tun, sondern beschriebt das Auflösen der Herde und die Rückgabe des Viehs an ihre Besitzer. Im Anschluss feiern Einheimische und Besucher zusammen: Ein Rahmenprogramm mit Festzelt und Live-Musik dürfen nicht fehlen.

Von diesen Alpen kommt ein Teil des Viehs in die Hörnerdörfer

Der Viehscheid rückt näher

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Bereits Tage vor dem Ereignis sind die Älpler in vollem Einsatz: Die großen Zugschellen werden poliert, die Fransen gebürstet und Kränze als Kopfschmuck für die Herde gebunden. Die Tiere erhalten statt der Weidschellen die geputzten Zugschellen – der Stolz eines jeden Älplers. Durch sie erhält jede Herde ein eigenes Klangbild, was für die Älpler und Bauern wie Musik klingt, wenn das Vieh ins Tal zieht.

Cattle drive ("Viehscheid") in Obermaiselstein in 2010

Die Tradition und Bedeutung der Kränze

Die Tradition und Bedeutung der Kränze

Traditionell führt beim Alpabtrieb eine besonders schöne Kuh – die sogenannte Kranzkuh – die Herde an. Aber nur, sofern der Alpsommer ohne Unfall verlaufen ist. Der Hirte wählt dazu das schönste Vieh aus der Herde aus. Das ist für die Älpler kein Problem: Sie erkennen jedes einzelne der Tiere, und sei es an noch so winzigen Details.

Der auffällige Kopfschmuck wird im Oberallgäu aus natürlichen Materialien und typischen Bergpflanzen gebunden: Tannenzweige, Silberdisteln, Ebereschen, Hagebutten und bunte Bergblumen. Seit jeher gehören auch ein Kreuz und ein Spiegel in den Kranz: Das Kreuz soll den Schutz Gottes erflehen, der Spiegel böse Geister abwehren.


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Lena Wiesler 
Aktualisierung: 21.11.2018

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