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Reportage

Graf Ferdinand von Zeppelin und seine Vision vom Fliegen

von Veronika Leikam · 22.08.2019 · Reportage · Bodenseekreis
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  • Postkarte eines LZ-130
    Postkarte eines LZ-130
    Foto: CC0, Wikimedia Commons

Er träumte davon, einmal den Himmel fliegend zu erobern. Was im 19. Jahrhundert von den meisten noch als bloßes Hirngespinst abgetan wurde, nahm für den württembergischen Grafen Ferdinand von Zeppelin immer mehr Gestalt an. Mittlerweile wird der damalige „Spinner vom Bodensee“ als Begründer der Luftschifffahrt gefeiert und zieht selbst 100 Jahre nach der Erfindung des Zeppelins noch unzählige Menschen in den Bann.



Der „Narr vom Bodensee“ wird zum Visionär

Graf Zeppelin in der Führergondel seines Luftschiffes

Auch wenn Graf Ferdinand von Zeppelin erst nach seiner Militärkarriere mit dem Bau der „fliegenden Zigarren“ begann, so begleitete ihn der Traum vom Fliegen bereits in jungen Jahren. 1891 verabschiedete er sich offiziell vom Militär, um sich fortan seiner größten Vision zu widmen: der Konstruktion eines Luftfahrtschiffes.

Dazu meldete er 1894 das Patent für einen „lenkbaren Luftzug“ an und gründete schon bald die Gesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt AG. Zunächst wurde er wegen seines Vorhabens von der Allgemeinheit belächelt, nicht selten sogar als „Narr vom Bodensee“ verspottet. Nachdem aber immer mehr Deutsche seine leidenschaftliche Vision teilten, wurden ihm im Zuge seines Projekts immer mehr Spenden zuteil und der einst verpönte Erfinder entwickelte sich zum imponierenden Pionier der Luftfahrttechnik.

 

Dramatische Höhen und Tiefen: die Anfänge der Luftschifffahrt

Und so dauerte es nicht lange, bis das erste Starrluftschiff nahe Friedrichshafen konstruiert wurde. Die Jungfernfahrt der LZ-1 im Sommer 1900 war jedoch nur von sehr kurzer Dauer. Bereits nach knapp 20 Minuten musste der 128 m lange Zeppelin notwassern.

Zwar legten die Nachfolger des ersten Zeppelins immer weitere Distanzen zurück und erreichten beispielsweise den Nord- und Südpol oder flogen über den Atlantik, dennoch führten Schlechtwetterzonen und technische Defizite immer wieder zu Dramen und Unglücksfallen. Als die wohl größte Katastrophe in der Geschichte der Flugriesen gilt der Brand der „Hindenburg“ 1936 in Lakehurst im amerikanischen Bundesstaat New Jersey, wo 36 Menschen tödlich verunglückten.

Luftschiffe als Kriegsgeräte im Ersten Weltkrieg

Nichtsdestotrotz wurden die Luftschiffe des Grafen im Laufe der Zeit immer gefragter. So entschloss sich mit Anbruch des Ersten Weltkriegs auch die deutsche Wehrmacht für den Einsatz von Zeppelinen. Insgesamt 102 Luftschiffe kamen dabei zum Einsatz. Schließlich waren die großen Flieger äußerst furchteinflößend und Feinde sahen darin durchaus ein nicht zu unterschätzendes Kriegsgefährt der Deutschen.

Anhaltende Faszination nach über 100 Jahren Geschichte

Im Zeppelin-Museum begibt man sich zwar nicht direkt in luftige Höhen, man erfährt hier auf 4.000 m² jedoch jede Menge Wissenswertes über die Geschichte und Technik der Luftschifffahrt: angefangen bei den verschiedenen Bauarten über die Nutzung bis hin zu Aerodynamik und Navigation der Zeppeline.

Heute werden Zeppeline nicht mehr für kriegerische Einsätze verwendet, sondern heben in Friedrichshafen am Bodensee ausschließlich für Passagierfahrten oder im Rahmen von Forschungsprojekten ab. Speziell für die Friedrichshafener haben sich die Zeppeline in gewisser Weise zum Statussymbol und Prestigeobjekt der Stadt entwickelt. Denn auch über 100 Jahre nach Erfindung ziehen die „fliegenden Zigarren“ noch immer unzählige Luftfahrtbegeisterte in ihren Bann.

Museum · Bodenseekreis

Zeppelin-Museum Friedrichshafen

Museum Zeppelin mit Werbung für das Museum in Friedrichshafen
Bodenseekreis
Dauerausstellung zur Geschichte und Technik der Luftschifffahrt
von Joern Perschbacher,   Outdooractive Redaktion

Wer gern selbst in hohen Lüften schweben, dem Piloten eines Zeppelins über die Schulter schauen und die Bodensee- und Alpenregion schon immer aus der Vogelperspektive kennenlernen wollte, der sollte sich auf keinen Fall einen Zeppelin-Rundflug bei der Deutschen Zeppelin-Reederei in Friedrichshafen entgehen lassen.


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Autor
Veronika Leikam
Aktualisierung: 22.08.2019


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