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Reportage

Der Adlerkönig Leo Dorn

von Hartmut Wimmer  • 21.11.2018 • Reportage • Allgäu
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  • Adlerkönig Leo Dorn
    Adlerkönig Leo Dorn
    Foto: Christian Wilhelm Allers: "Das deutsche Jägerbuch", CC0, Wikimedia Commons

Als der Oberstdorfer Leo Dorn am 10.11.1890 seinen fünfzigsten Adler erlegte, ernannte ihn der Prinzregent Luitpold per Urkunde zum „Adlerkönig“.



Der Steinadler galt im 19. Jahrhundert als ein gefährlicher Feind der Jäger – ganz anders als heute, wo er als ein Symboltier der Alpen streng geschützt wird. Junge Lämmer und Rehkitze standen regelmäßig auf dem Speiseplan des "Königs der Lüfte". Ein Adler soll im Jahr 1886 sogar einmal ein zweijähriges Mädchen angegriffen und fortgetragen haben, als die Eltern auf einer Alpe am Hohen Ifen gerade mit Beerenpflücken beschäftigt waren. Leo Dorn machte sich die Ausrottung der Greifvögel zur Lebensaufgabe: Insgesamt 76 Steinadler soll er im Laufe seiner Karriere als Oberjäger des Prinzregenten in Hindelang erlegt haben.

Leo Dorn als Alpinist: Wilde Besteigungen an der Höfats

Berggipfel · Allgäu

Höfats (2258 m)

Berggipfel Höfats
Allgäu
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Um die versteckten und schwer zugänglichen Adlerhorste an den steilen Felswänden der Allgäuer Alpen zu erreichen, musste der Jäger ein beherzter Bergsteiger sein. Gemeinsam mit seinem Freund Thaddäus Blattner bestieg der junge Leo Dorn bereits Mitte des 19. Jahrhunderts den Westgipfel der Höfats – mehrere Jahrzehnte, bevor sich auch Touristen an den schwierigen Grasberg wagten.

Durch diese wilden Anstiege an der Höfats wurde Leo Dorn bekannt und erlangte auch die Aufmerksamkeit des bayerischen Prinzregent Luitpold, der ihn schließlich zum Oberjäger des Jagdreviers in Hindelang ernannte. Dort war er für die Pflege des Rotwildbestands verantwortlich und verfolgte nicht nur Steinadler, sondern auch Wilddiebe mit großer Ausdauer. Zudem begleitete er den Prinzregenten auf seinen Jagdausflügen in der Region.

Jagdgesellschaft am Schrattenberg im Hintersteiner Tal mit Prinzregent Luitpold (Mitte) und Leo Dorn (rechts)

Die königlichen Jagdhütten am Schrattenberg

Private Hütte · Allgäuer Alpen

Jagd-Hütte

Private Hütte Jagdhütten nahe des Giebelhauses
Höhe: 1176 m
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Heute im privaten Besitz sind die ehemaligen königlichen Jagdhütten am Schrattenberg, die auf einem Felsen in Sichtweites des Giebelhauses im Hintersteiner Tal stehen. Von den Jagdhütten führt noch heute ein unbeschilderter Reitweg hinauf zum "Sattel", mit Sattelalpe, der eigens für die königliche Jagdgesellschaft in angenehmer Steigung angelegt wurde.

Der Adlerkönig Leo Dorn

Der Scheibenstutzen Stiegele Martini „Leo Dorn“

Der charismatische Leo Dorn wurde dank seiner spektakulären Jagderfolge – er schleppte sogar tote Lämmer als Köder durch den Tiefschnee, um einen Adler anzulocken – zu einer kleinen Berühmtheit. Aus Oberstdorf und Hindelang wurden Postkarten mit seinem Portrait verschickt und der Hersteller Carl Stiegele Jun. aus München benannte sogar ein Gewehr nach dem Adlerkönig.

 

Leo Dorn im Heimatmuseum

Museum · Allgäu

Heimatmuseum Oberstdorf

Museum Heimatmuseum Oberstdorf
Allgäu
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Im Heimatmuseum von Oberstdorf ist eine lebensgroße Büste Leo Dorns ausgestellt. Dort finden Interessierte auch viele weitere Gegenstände und Informationen zur historischen Jagd in und um Oberstdorf.


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Hartmut Wimmer 
Aktualisierung: 21.11.2018

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